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Gian Franco Kasper ist tot – Ein Freund des Forum Nordicums

Gian Franco Kasper ist tot – Ein Freund des Forum Nordicums

Gian Franco Kasper ist am Samstagmorgen im Alter von 77 Jahren verstorben. Die traurige Nachricht verbreitete sich schnell rund um den Globus. Die internationale Skifamilie, die olympische Familie und auch das Forum Nordicum trauern um einen Sportfunktionär, der für seine ehrliche und lockere Art bekannt gewesen ist, dessen Wort in der internationalen Sportwelt und darüber hinaus Gewicht hatte und der für viele seiner Mitstreiter einfach auch ein guter und verlässlicher Freund gewesen ist.

Kasper studierte Psychologie, Philosphie und Journalismus an der Universität Zürich. Nach ersten journalistischen Schritten wechselte er 1975 zur FIS. Er war von 1998 bis 2021 Präsident des Internationalen Ski-Verbands FIS, davor 23 Jahre Generalsekretär dieses Weltverbandes. Dessen Führung übernahm er von seinem Landsmann Marc Hodler. Zudem war Kasper von 2000 bis 2018 Mitglied des Olympischen Komitees, seit 2018 ist er Ehrenmitglied Kasper hinterlässt einen erwachsenen Sohn.

Zuletzt musste er wegen Atemproblemen ins Krankenhaus und lag mehrere Tage auf der Intensiv-Station. Deshalb konnte er auch nicht mehr am letzte FIS-Kongress teilnehmen, wo der neue Präsident gewählt wurde. Schon die nordische Ski-WM im Februar in Oberstdorf eröffnete im Namen der FIS das damalige deutsche FIS-Council-Mitglied Alfons Hörmann. Bei den Neuwahlen der FIS übernahm der schwedisch-britische Geschäftsmann Johan Eliasch das Präsidentenamt als erster Nicht-Schweizer in der Nachfolge von Gian Franco Kasper.

Kaum ein internationaler Sportfunktionär war wie Kasper dafür bekannt, so unverblümt und offen zu sagen , was ihm auf dem Herzen lag. Kasper war für seine lockere Art bekannt. So sagte er beispielsweise vor Jahren bei einem Forum Nordicum auf die Frage, warum Skispringen nichts für Frauen sei, dass es ihnen «bei der Landung die Gebärmutter zerreißen» könnte. «Es gab in den letzten Jahren einige Beispiele, bei denen mir ein flapsiger Spruch falsch ausgelegt wurde», sagte er noch in einem seiner letzten Interviews in seiner Schweizer Heimat.

Journalisten, die ihn suchten und sprechen wollten, fanden ihn bei großen Sportereignissen oder Kongressen mit Sicherheit immer auskunftsfreudig in der Raucherecke. Er ließ kein Forum Nordicum aus und stellte sich wie auch beim traditionellen Saisoneröffnungstreffen der alpinen Kollegen n Sölden mit seinem Team den Medienvertretern, Sportlern und Sponsoren aus ganz Europa, ja der ganzen Welt. Breitwillig gab Gian-Franco Auskunft über das jeweilige aktuelle Ski-Geschehen.

Beim Forum Nordicum 2021 vom 25. bis 28. Oktober in Bodenmais wollten ihn die nordischen Fachjournalisten zum Ehrenmitglied ernennen. Das kann jetzt nur noch posthum geschehen. Ruhe in Frieden. RIP

Werner Rabe

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