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Olympiawinter vorbei – WM-Winter folgt

Olympiawinter vorbei – WM-Winter folgt

(english version below)

Es war ein spektakuläres Finale, das die letzte Disziplin im Nordischen Skisport beendete. Zehntausende Zuschauer verfolgten die Flugshow in Planica und stimmten damit ein auf die neue Saison. Denn Planica wird der Ort der Nordischen Ski WM 2023 sein und das Wochenende im „Tal der Schanzen“ machte Appetit auf mehr. Gleiches gilt für den Biathlon-Sport. Hier erlebte Oslo mit den Rennen am Holmenkollen ein phantastisches Saisonende, leider überschattet von zahlreichen Corona-Infektionen im Nachgang der Saison.

Doch zunächst zurück zum Olympia-Winter. Natürlich waren die Olympischen Spiele in Peking DAS Ereignis der zurückliegenden Saison. Aber es gibt mehr als nur sportliche Erfolge und Misserfolge und beim Forum Nordicum im Herbst werden wir über mehr diskutieren müssen als über Siege und Niederlagen. Da wäre das wohl drängendste Thema dieser Tage – das Geschehen in der Ukraine. Mit dem Ausschluss der russischen und weißrussischen Sportler haben IBU und FIS ein Zeichen gesetzt. Aber natürlich kann das kein Dauerzustand sein. Deshalb steht an erster Stelle die Forderung nach Frieden, denn Frieden ist die Basis für jeden sportlicher Wettstreit auf internationaler Ebene. Dem ist alles unterzuordnen.

Unter dieser Voraussetzung gibt es aber eine Menge anderer Themen, die einer Lösung harren. Die Corona-Pandemie behinderte das Sporttreiben nun schon den dritten Winter. Erst zum Ende der Saison kehrte in den Weltcup wieder ein wenig Normalität zurück. Die Olympischen Spiele fanden unter extremen Bedingungen statt, andere Großereignisse, so die Vierschanzentournee oder die Tour de Ski wurden mangels Publikums reine Fernseh-Events. Dieser Zustand ist für die Sportlerinnen und Sportler unerfreulich, für die Veranstalter wirtschaftlich nicht auf Dauer zumutbar. Sollte das Corona-Virus weiter ein Begleiter des Lebens bleiben und sollten die Gesundheitsschutz-Maßnahmen auch im kommenden Winter Restriktionen nach sich ziehen, muss darüber nachgedacht werden, den Weltcup-Kalender zu verändern, einen „PLAN B“ vorzuhalten, um kostensparend agieren zu können. Mindestens ebenso beschwerlich wird in den nächsten Wochen die Suche nach dem detaillierten Wettkampfkalender. Denn im November und Dezember regiert König Fußball mit der WM in Katar und somit wird es im ersten Weltcup-Trimester zumindest im publikumsträchtigen Zentral-Europa keinen Platz für Wintersport-Fernsehübertragungen in gewohnter Weise geben. Hinzu kommen Probleme, die dem Sport selbst innewohnen.  Da wäre die nach wie vor aktuelle und in Bezug auf Kontrollen nicht zufriedenstellend geklärte Frage nach dem Verbot von Wachsen mit bestimmten fluoriden Inhalten. Da wären die Fragen nach dem Material beim Skispringen, vom Ski selbst über Schuhe, Bindung, Anzug, Helme. Da wären mögliche Regeländerungen. Da wären die Themen Gleichberechtigung, Nachhaltigkeit und Umweltschutz.

Da wäre aber auch die Frage der abnehmenden Medienpräsenz, der zunehmenden Digitalisierung, die Fragen von Kostendruck und Qualität der Berichterstattung. Die immer stärker schrumpfenden Felder der Berichterstatter selbst bei Großereignissen wurden zuletzt natürlich mit der Virus-Pandemie in Verbindung gebracht. Aber werden diese Felder in gleichem Maße wachsen, wie sie abgenommen haben? Und welche Konsequenzen hat das für Veranstalter und Verbände. Letztere sind Themen, die aktuell nicht nur bei FIS und IBU sowie den Veranstaltern vor Ort auf der Agenda stehen, sondern sportartenübergreifend diskutiert werden. Wir werden 2022 unser Forum Nordicum hoffentlich in Slowenien durchführen. Die Signale stehen gut, eine endgültige Entscheidung wird bis spätestens Ende April fallen und dann schnell kommuniziert. Hoffentlich können wir in diesem Herbst auch Vertreter von FIL und IBSF in unserer Mitte begrüßen, intensive Gespräche dazu werden in den nächsten Wochen beginnen.

Euch und Ihnen darf man nach diesem anstrengenden Winter ein wenig Erholung, vor allem aber Gesundheit wünschen. Und Frieden!

 

Olympic winter is over – World Championship winter follows

It was a spectacular finale that ended the last discipline in Nordic skiing. Tens of thousands of spectators watched the air show in Planica and got in the mood for the new season. Because Planica will be the location of the Nordic World Ski Championships 2023 and the weekend in the „Valley of the Hills“ whetted the appetite for more. The same applies to biathlon sports. Here Oslo experienced a fantastic end to the season with the races at Holmenkollen, unfortunately overshadowed by numerous corona infections in the aftermath of the season.

But first back to the Olympic winter. Of course, the Olympic Games in Beijing were THE event of the past season. But there is more than just sporting successes and failures and at the Forum Nordicum in autumn we will have to discuss more than victories and defeats.

There is probably the most pressing topic of these days – the events in Ukraine. With the exclusion of Russian and Belarusian athletes, the IBU and FIS have set an example. But of course, this cannot be a permanent condition. That is why the demand for peace comes first, because peace is the basis for every sporting competition at international level. Everything has to be subordinated to this.

Under this condition, however, there are a lot of other issues that are waiting for a solution. The corona pandemic has been hampering sports for the third winter. Only at the end of the season did the World Cup return to a little normality. The Olympic Games took place under extreme conditions, other major events, such as the Four Hills Tournament or the Tour de Ski, became pure television events due to a lack of an audience. This situation is unpleasant for the athletes, but not economically reasonable for the organizers in the long term. If the corona virus continues to be a companion of life and if the health protection measures also entail restrictions in the coming winter, consideration must be given to changing the World Cup calendar, to maintain a „PLAN B“ in order to be able to act cost-effectively. The search for the detailed competition calendar will be at least as arduous in the coming weeks. Because in November and December King football reigns with the World Cup in Qatar and thus there will be no place for winter sports television broadcasts in the usual way in the first World Cup trimester, at least in the crowd-pleasing Central Europe.

In addition, there are problems inherent in the sport itself.  There is the still topical question of the ban on waxes with certain fluoride contents, which is still current and has not been satisfactorily clarified about controls. There are the questions about the material in ski jumping, from the ski itself to boots, binding, suit, helmets. There are possible rule changes. There are the topics of equality, sustainability, and environmental protection.

But there is also the question of decreasing media presence, increasing digitization, the questions of cost pressure and quality of reporting. The ever-shrinking fields of reporters, even at major events, have of course recently been associated with the virus pandemic. But will these fields grow to the same extent as they have decreased? And what consequences does this have for organizers and associations? The latter are topics that are currently not only on the agenda of FIS and IBU as well as the organizers on site but are also being discussed across sports.

We will hopefully hold our Forum Nordicum in Slovenia in 2022. The signals are good, a final decision will be made by the end of April at the latest and then communicated quickly. Hopefully we can also welcome representatives of FIL and IBSF in our midst this autumn, intensive discussions will begin in the coming weeks.

You and you can be wished a little rest after this exhausting winter, but above all health. And peace!

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